Rimbach im Odenwald
Lokale Agenda 21
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Bei der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen im Juni 1992 in Rio de Janeiro, Brasilien (und der Folgekonferenz 1997 in Kioto, Japan) verpflichteten sich 170 Staaten, auch die Bundesrepublik Deutschland, der Idee einer nachhaltigen Entwicklung als zentrales Leitbild einer Umwelt- und Entwicklungspolitik.

Es wurden 5 Dokumente für die wichtigsten Aktionsfelder verabschiedet, darunter die Agenda 21. Wörtlich übersetzt heißt Agenda “was zu tun ist” und kann somit auch als “Arbeits- oder Aktionsprogramm” verstanden werden.

Die Agenda 21 besteht aus 4 Teilen und benennt in 40 Kapiteln die wesentlichen Handlungsfelder einer nachhaltigen Entwicklung.

Das formulierte Leitbild einer “nachhaltigen Entwicklung” (kommt historisch aus der Forstwirtschaft) betrachtet ökologische, ökonomische und soziale Zielsetzungen als gleichwertige Zieldimensionen.

Nachhaltig ist eine Entwicklung, die alle 3 Aspekte zusammenführt. Ziel ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.

Kapitel 28 der Agenda 21 (“Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21”) betont die Rolle der Kommunen in diesem Prozeß und sieht die Kommunen als entscheidenden Faktor für die Verwirklichung der Ziele der Agenda 21 an.

Jede Kommune ist aufgerufen, in einen Konsultationsprozeß mit allen Gruppierungen ihrer Bürgerschaft zu treten, um einen Konsens hinsichtlich einer “Lokalen Agenda 21” zu erzielen.

Eine Lokale Agenda 21 stellt einen langfristigen kommunalen Aktionsplan für die Entwicklung der Gemeinde im 21. Jahrhundert dar. Dabei soll eine Übertragung der Agenda 21 auf die spezielle kommunale Situation erfolgen mit dem Ziel einer nachhaltigen, zukunftsbeständigen Entwicklung der Gemeinde, wobei gleichermaßen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte eingeschlossen sind.

In der Gemeinde Rimbach wurde die Einleitung einer Lokalen Agenda 21 durch folgenden, einstimmigen Beschluß der Gemeindevertretung am 15.07.1998 eingeleitet:

“Die Gemeindevertretung der Gemeinde Rimbach spricht sich für die Einleitung eines Lokalen Agenda 21 - Prozesses in Rimbach aus. Dies resultiert aus dem Bewußtsein, daß sich die Gemeinde Rimbach ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung bewußt ist. Deshalb schließt sich die Gemeinde Rimbach den Ideen der Konferenz von Rio 1992 und Kioto 1997 (Agenda 21) an.”

Bereits zuvor war eine “Arbeitsgruppe Lokale Agenda 21” ins Leben gerufen worden, welche sich paritätisch aus den in der Gemeindevertretung vertretenen Fraktionen zusammensetzt. Der Vorsitz in der Arbeitsgruppe wurde dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Josef Rothmüller, übertragen.

In einer sehr gut besuchten Auftaktveranstaltung zur Lokalen Agenda 21 am 06.03.1999 in der Aula der Martin-Luther-Schule stand ein Vortrag von Dr. Franz Alt zum Thema “Das ökologische Wirtschaftswunder - Arbeit und Wohlstand für alle!?” im Mittelpunkt. Ziel der Auftaktveranstaltung war, die Bürgerinnen und Bürger für eine aktive Mitarbeit im Agenda-Prozeß zu gewinnen. In der Folge wurden 3 Arbeitsforen ins Leben gerufen, welche sich unter der fachlichen Moderation des ifeu-Institutes aus Heidelberg mit nachfolgenden Themen beschäftigten:

  • Klimaschutz und Energie
  • Kinder und Jugendliche
  • Siedlungsentwicklung

Die Foren hatten es sich zur Aufgabe gemacht, unter der Federführung der Arbeitsgruppe, konkrete Handlungsvorschläge für die Gemeinde Rimbach zu erarbeiten und haben diese in einer Sondersitzung der Gemeindevertretung am 10.03.2000 als Beratungsgrundlage vorgelegt.
Die Vorschläge wurden in einer umfangreichen Broschüre "Lokale Agenda in Rimbach - Forenarbeit als Teil aktiver Bürgerbewegung" zusammengefasst und den politischen Vertretern ausgehändigt.
Die Fraktionen haben nun die Aufgabe, die Vorschläge, Ideen und Anregungen aufzugreifen und zu diskutieren, um schließlich die Resultate später in die parlamentarische Arbeit einbeziehen zu können.

Als weitere, gemeinsame Aktion der Weschnitztalgemeinden Rimbach, Fürth, Mörlenbach und Birkenau sowie der Stadt Lindenfels, fand vom 12.-30.04.1999 eine Ausstellung des BUND Berlin zum Thema “Zukunftswerkstatt Deutschland - Bausteine für eine nachhaltige Entwicklung” in der Aula der Martin-Luther-Schule statt.

Für Informationen und weitere Auskünfte stehen bei der Gemeindeverwaltung Marion Jöst, Tel. 06253/809-70 und Wolfgang Schmitt, Tel. 06253/809-12 gerne zur Verfügung.

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